Kunstmaler Kurt Ficker

Bilderausstellung Kunstmaler Kurt Ficker
Präsentiert von Robert Eurich und Bernd Voigtländer vom 01. bis 30. Juni

Presseinformation

Kurt Ficker  (1891-1983)

Bilder eines Malers, der das Muldental liebte

Vorrangig sehen wir hier Aquarelle mit Muldentallandschaften eines produktiv-kreativen Künstlers. Ein halbes Leben, bis zu seinem Tode im Jahr 1983 lebte, arbeitete und wirkte Kurt Ficker in unserer Stadt Grimma.

In Rosswein geboren, nahm er nach dem Besuch des Nossener Lehrerseminars 1911 seine Tätigkeit als Volksschullehrer auf. Aus dem 1. Weltkrieg heimgekehrt, wurde er ständiger Lehrer an der Volks- und Bürgerschule in Grimma, fünf Jahre darauf Berufsschullehrer.

Seine große Liebe galt von der Jugendzeit an dem Malen und Zeichnen. Besondere Motive musste er einfach, einer inneren Stimme gehorchend auf das Papier bringen. Wobei die Aquarellmaltechnik immer den Vorzug hatte. Er war Autodidakt. Ihm war es nicht vergönnt, so gern er es auch gewollt hätte, eine Kunstschule zu besuchen. Hauptsächlich der erste Weltkrieg und die schlimmen Folgejahre machten diese Pläne zunichte. Wichtige Anregungen für das bildkünstlerische Gestalten bekam er von einem mit ihm befreundeten Zeichenlehrer während seiner Grundschulzeit. Aber auch sein Vater, der Grabmalschriften entworfen hatte, war ihm Vorbild, er war es auch, der seinem Sohn bei der Berufswahl als Lehrer die richtige Richtung wies. Als 50-jähriger musste er kurz vor Ende des 2. Weltkrieges noch zum „Volkssturm“. Als Lehrer, später auch als Direktor arbeitete Kurt Ficker an der Gewerblichen Berufsschule Grimma bis zu seinem 70. Lebensjahr. Natürlich gab er dort neben anderen Fächern auch Zeichenunterricht.

Im Nachlass des Künstlers finden wir nicht nur die organisch gewachsene und vom Menschen geformte Natur und Umwelt als Landschaftsdarstellungen, sondern auch diverse andere Motive, Skizzen und Sujets als zahlreiche und vielfältige Bildfindungen. Im Vordergrund stand die  Darstellung des Menschen in seinem geliebten Zeichen- und Malkurs, an dem er unter anderem zusammen mit dem bekannten freischaffenden Grimmaer Maler Walter Artus und mit seinem Kollegen Heinrich Semm in den zwanziger und dreißiger Jahren wirkte und arbeitete.

Seine Motive entstammten seiner Heimatliebe also hauptsächlich der näheren Umgebung des Muldentals. Seine Aquarelle beeindrucken besonders durch ihre Farbigkeit. Diese sind hell und zart, wohltuend harmonisch und zurückhaltend, den Eindruck von Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Luftigkeit und Atmosphäre vermittelnd. Starkfarbige Kontraste, „laute“ oder gar „schreiende“ Farbzusammenhänge sind vermieden. Nicht „bunt“ also, sondern überwiegend sonnendurchflutet und herbstlich. Wir können unmittelbaren Zugang zu ihnen finden. Die Bilder teilen uns quasi nicht nur die „innere Befindlichkeit“ des Künstlers mit, sondern vermögen uns aufgeschlossener und feinfühliger zu machen für das Erleben der stillen Schönheit und Poesie unserer näheren Umgebung und unseres Daseins.

Eine weitere Sammlung des Künstlers befindet sich im Archiv des Grimmaer Kreismuseum und wartet darauf in Form einer Ausstellung ans Tageslicht geholt zu werden.

Die Veranstalter  Bernd Voigtländer und Bernd Aurig bedanken sich beim Schwiegersohn unseres Künstlers, Herrn Robert Euricht und anderer Heimatfreunde für die freundliche Leihgabe vieler, der hier ausgestellten Bilder und Zeichnungen.

B. Voigtländer

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Historische Stadtansichten

Georgenkapelle zeigt Aquarelle aus dem Nachlass von Kurt Ficker

Grimma. Er malte das Rathaus, die Bürgerschule, den Zirkus auf dem Sauteich (Volkshausplatz) und die Muldebrücken, aber besonders gern Landschaften. Seine Aquarelle zeigen Blicke auf Döben und das Schloss vor seiner Zerstörung, auf die Mulde vom Hasennest aus, auf Mutzschen, auf die Grechwitzer Braunkohlegrube
Rund 30 von den etwa 70 Bildern, die Kurt Fickers (1891 – 1983) Nachlass ausmachen, sind nun in der Kleinen Galerie der St. Georgenkapelle in der Leisniger Straße zu sehen. Eröffnet wird die Schau am heutigen Sonnabend 15 Uhr und bleibt dann hier für vier Wochen. Kapelleninhaber Bernd Aurig freut sich über diese Ausstellung: „Bestimmt zieht das viele ältere Grimmaer an, die Kurt Ficker vielleicht noch aus seiner Zeit als Lehrer und Hobbymaler in Grimma kennen. Und auch die Landschaften und Gebäude, die er festgehalten hat, sind vielen noch so im Gedächtnis.“
Heimatfreund Bernd Voigtländer bereitete gemeinsam mit Kurt Fickers Schwiegersohn Robert Euricht die Präsentation vor und hat sich mit dem Leben des Malers beschäftigt. „Als er aus dem ersten Weltkrieg heimkehrte, wurde Ficker Lehrer an der Volks- und Bürgerschule Grimma und dann an der Gewerblichen Berufsschule. Hier war er, später als Direktor, bis zu seinem 70. Lebensjahr tätig. Er gab neben anderen Fächern auch Zeichenunterricht.“ Eigentlich habe er schon immer Maler werden wollen, aber es sei ihm nicht vergönnt gewesen, eine Kunstschule zu besuchen. Mit dem bekannten Heimatmaler Walter Artus und seinem Lehrerkollegen Heinrich Semm frönte Ficker seinem Hobby im Grimmaer Mal- und Zeichenkurs, der 1921 aus der Taufe gehoben wurde.
Fickers Tochter Gudrun trat in die Fußstapfen ihres Vaters und wurde in Grimma Sportlehrerin. „Auch sonst hatte sie viel von ihm, malte ebenfalls etwas, liebte aber besonders das Schreiben“, erzählt Robert Euricht über seine Frau, die vor Jahren verstarb. Der kleine drahtige Mann, dem man seine fast 90 Jahre nicht glauben mag, hat sein Haus in der Leisniger Straße für die jetzige Ausstellung sozusagen „entbildert“. „Die meisten Aquarelle, die nun in der Kapelle zu sehen sind, hängen sonst bei mir, denn ich lebe im einstigen Domizil meines Schwiegervaters“, sagt Euricht. Er freut sich jedoch auch, dass einige Grimmaer wie Gerhardt Gimpel oder Martin Kauschinger Originalbilder von Kurt Fickert für die Schau in der Kapelle als Leihgabe zur Verfügung stellten.
Skizzen, Fotos, Glückwunschkarten oder Mal-Utensilien machen die Ficker-Schau in der St. Georgenkapelle rund. „Hier, das ist der Semm-Kasten meiner Frau“, zeigt Robert Euricht auf eine Kiste mit Pinseln, Farben und Schablonen. „Zeichenlehrer Heinrich Semm, der Kollege von Kurt Ficker, hatte das damals für die Schüler so vorgeschrieben.“ Und Bernd Voigtländer weist auf ein Detail in einem Markt-Bild von Ficker anno 1921: „Der Mann hier vorn mit dem Hund, das soll Hans Winkler sein, der damals das Café betrieb, wo heute Apollo drin ist.“
Silke Hoffmann
i Ausstellung mit Aquarellen von Kurt Ficker in der St. Georgenkapelle: Eröffnung heute, 15 Uhr. Geöffnet sonnabends und sonntags jeweils von 13 bis 16 Uhr bis 30. Juni.

Bereiten die Kurt-Ficker-Ausstellung in der St. Georgenkapelle vor (v. l.): Bernd Aurig, Robert Euricht und Bernd Voigtländer. Foto: Silke Hoffmann

@LVZ, 01.06.2013

 
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